Aufbau der Mehrbandantenne für unterwegs

Fragen entstehen immer wieder, wenn es um die Auswahl der richtigen Antenne für eine Aktivität außerhalb der heimischen Funkstation geht. Ich suchte beispielsweise eine passende Antenne für meinen Transceiver Elecraft K1, der für 40, 30, 20, 17 m nutzbar ist und der einen eingebauten Antennentuner besitzt. Entstanden ist die nachfolgend beschriebene Mehrbandantenne, die sich entsprechend den vorgefundenen Örtlichkeiten anpassen lässt.
 
Vorüberlegungen
 
In den meisten Fällen kennt man ja die örtlichen Gegebenheiten nicht. Daher geht schon bei den Abspannpunkten das Rätseln los. Wenn Bäume in der Nähe sind, bieten sie sich als Abspannpunkte für eine waagerecht gespannte Antennen an. Bitte nicht vergessen, genügend Maurerschnur zum Abspannen einzupacken, denn der Draht reicht in der Regel nicht (!) bis zu den anvisierten Bäumen. Sind keine oder keine ausreichend hohen Bäume vorhanden, bleibt nur der Griff zu einem Teleskopmast. Letzterer ist auch die beste Wahl, wenn man lieber eine vertikal aufgebaute Antenne nutzen möchte. Bleibt nur noch die Frage des Antennendrahtes selbst. Ich entschied mich für eine universelle Variante aus 2 Drähten und einer Hühnerleitung. Aus diesen Materialien können, je nach den vorgefundenen Situationen, eine Vielzahl von Antennen aufgebaut werden.
 
Vertikal
 
Vertikal Wenn der Mast unmittelbar neben der Station befestigt werden kann, führt ein Draht senkrecht am Mast nach oben. Der zweite Draht wird als Radial auf den Erdboden gelegt. Beide Drähte führen zum Antennentuner des Transceivers.
 
Up & Outer (Vertikal Nr. 2)
 
Up & Outer Muss der Mast etwas weiter weg von der Station befestigt werden, führt man einen Draht in losen Schlägen senkrecht am Mast nach oben. Den zweiten Draht spannt man als Radial kurz (0,5 bis 1 m) über dem Boden. Die Speiseleitung führt vom Mast zur Station.
 
Dipol
 
Dipol Ist ein Abspannpunkt vorhanden (z.B. an einem gegenüber liegenden Fenster) wird der in der Mitte gespeiste Dipol nur an der Spitze des Mastes befestigt - die andere Seite hängt ja am Fenster. Die Speiseleitung führt im kühnen Schwung zur Station, die sich nicht unbedingt am Mastfuß befinden muss - es geht auch seitlich zur Antenne.
 
Sloper (Dipol Nr. 2)
 
Slooper Fehlt der gerade genannte zweite Abspannpunkt, lässt sich der Dipol auch schräg abspannen. Einen Abspannpunkt bildet dann die Mastspitze, den zweiten findet man in der Regel an einem Zaun. Gegebenenfalls wird an den herunterhängenden Dipolast noch ein Stück Maurerschnur befestigt, sodass er bis zu dem vorgesehenen Abspannpunkt reicht.
 
Inverted Vee (Dipol Nr. 3)
 
Inverted Vee Die volle Länge des Mastes ist bei einer Inverted Vee nicht erforderlich. Die restlichen Elemente können dann unbenutzt bleiben. Der Antennenfußpunkt (Zusammenführung der beiden Strahlerhälften und der Speiseleitung) ist in einer Höhe von 4,3 m zu befestigen, wenn die Enden der Stahhler 0,5 m über dem Boden enden.
 
angehobene Inverted Vee (Dipol Nr. 4)
 
angehobene Inverted Vee Befindet sich das zum Shack erkorene Zimmer nicht in der Nähe des Erdbodens, wird der Antennenfußpunkt einfach nach oben verschoben, sodass man mit der Speiseleitung bis zur Station kommt. Das Verschieben des Speisepunktes kann bei Bedarf bis zur Spitze des Mastes erfolgen. Die Dipoläste führt man schräg nach unten (gegebenenfalls bis zu den Abspannpunkten Maurerschnüre verwenden), die Speiseleitung führt in das oben liegende Shack.
 
Diese Liste ließe sich noch weiter fortsetzen. Wichtiges Utensil ist dabei der Antennentuner. Ansonsten müsste man jedesmal, wenn man die Antenne aufgebaut hat, einen Abgleich durch Veränderung der Strahler- und/oder Speiseleitungslänge vornehmen.
Bei allen Dipolformen müssen die beiden Drähte nicht unbedingt zu genau gegenüberliegenden Seite des Mastes hin abgespannt werden. Ordnet man sie beide vom Shack weg versetzt an, so verlässt man die typische Stahlungscharakteristik eines Dipols und erhält mehr einen Rundstrahler.
 
Materialien
 
Preiswerte Angelruten ermöglichen es, den Draht nur senktrecht am Masst nach oben zu führen. Bei stärkerem Wind und/oder einem längeren, zur Seite führenden Draht brechen diese Ruten an einem der oberen Elemente ab. Der Teleskopmast sollte an der Spitze einen Durchmesser von 3 bis 4 mm besitzen, denn er muss auch einen von der Spitze aus seitlich abgespannten Draht aushalten können. Im Zweifelsfall lässt man das oberste (dünnste) Segment unbenutzt und befestigt die Antennen ein Segment tiefer.
 
Zum Abschluss noch die Liste der von mir verwendeten Materialien:

zwei 7,6 m lange Drähte (Lautsprecherleitung), auf einer Seite jeweils ein Bananenstecker, auf der anderen jeweils eine Öse
8 m langer Teleskopmast mit einem Haken am oberen Ende
50 m Maurerschnur (1 mm dick)
Gummibänder (Gepäckbefestigung am Fahrrad)
6,5 m lange Hühnerleiter (240-Ω-Flachbandkabel), eine Seite mit Lüsterklemme und daran an kurzen Leitungen befestigen Bananenbuchsen, auf der anderen Seite Bananenstecker
BNC-Bananenstecker-Adapter

 
Erfahrungen
 
Die Länge eines in der Literatur als guten Kompromiss empfohlenen zweimal etwa 13 m langen Dipols wurde auf den Strahler und die Speiseleitung aufgeteilt. Doch bei manchen Aufbauvarianten erreichte der Tuner keine Anpassung, was auf einen zu hohen oder zu niedrigen Fußpuntwiderstand schließen lässt. In solchen Fällen half es, die Speiseleitung etwas (ungefähr 1 m) zu verlängern. Dafür wurde lediglich ein passendes Stück mit Bananensteckern zwischen das bisherige (untere) Ende der Speiseleitung und dem Transceiver/Tuner eingefügt. Wenn es die Zeit einmal zulässt, werde ich mehrere mögliche Längen für den Strahler und die Speiseleitung rechnerisch und experimentell überprüfen, um so zu unterschiedlich großen Antennen zu kommen.

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