Erfahrungen mit dem
18-m-Fiberglas-Teleskopmast

der Mast und ich Technische Daten
 
Länge: eingeschoben 1,7 m, auseinander gezogen 18 m
Durchmesser: unten 73 mm, oben 4 mm
Wandstärke: unten 2 mm, oben 1 mm
Segmente: 12
Masse: 6,5 kg, rund 6,8 kg mit Schlauchschellen
Bezugsquelle: Spiderbeam
 
Montage der Schlauchschellen
 
Die Schlauchschellen sind als Option erhältlichen und der Einsatz ist zu empfehlen. Sie bestehen aus V2A, besitzen innen eine anklebbare Gummischicht und verhindern sicher das Zusammenrutschen der einzelnen Segmente. Laut Con, DF4SA, soll es auch für kurzzeitige Aufbauten mit Klebeband gehen - habe ich bisher aber noch nicht ausprobiert.
 
Originalvorbereitung der Schlauchschelle Bevor man ein Stück Gummi von der mitgelieferten Rolle abschneidet, ist die richtige Länge zu ermitteln. Dazu legt man den Gummi mit der Papierschutzschicht um das dickere (untere) Ende des betreffenden Segments und schneidet ihn genau an der Stelle ab, an der er einmal um das Segment reicht. Wer Wert auf die Kleberschicht legt, sollte beim Abziehen der Papierschicht Vorsicht walten lassen. Ansonsten bleibt sie nämlich am Papier kleben und nicht am Gummi. Der Gummi ist so auf die Innenseite der Schlauchschelle zu kleben, sodass ein Ende vollständig unter der Schraube liegt. Dadurch werden Beschädigungen des Masts beim späteren Festziehen der Schlauchschelle vermieden. Das nun noch freie Ende des Gummis ist entlang des Metallbandes zu legen und anzudrücken.
 
Zwar wird der obere Rand jedes Segments nicht von einer Schlauchschelle umfasst, trotzdem besteht keine Gefahr des Ausfransens. Und der Versuch, die einzelnen Segmente an ihren oberen Enden so zusammen zu drücken und dadurch die jeweils nächst schmaleren Segmente festzuklemmen, scheitert an der Wandstärke. Die Schlauchschellen als Stopper reichen aus, wie mir auch der Hersteller bestätigte.
 
Waagerechter Aufbau
 
Phasen beim Aufrichten Sehr einfach lässt sich der Mast aufbauen, wenn er auf dem Erdboden liegt. So bereitet die Montage der Schlauchschellen keine Schwierigkeiten und man kann die Segmente sehr leicht auseinander ziehen. Wenn jemand Bedenken hat, so ein langes Stück anschließend alleine aufzustellen, so kann ich ihn beruhigen. Obwohl ich eher dünn als muskulös bin, gelang es mir problemlos.
 
Phasen beim Aufrichten Wie Con, DF4SA, schon auf seiner Webseite zeigt, geht es wunderbar, wenn man dem Mast ein Widerlager spendiert. Dies kann ein großer Stein, ein Baumstumpf oder Ähnliches sein. Anschließend läuft man unter dem vollständig montierten Mast von der Spitze aus entlang und drückt ihn langsam zum Fußpunkt gehend nach oben. Kraftprotze können ihn bestimmt auch am Fußpunkt stehend in die Senkrechte ziehen - das habe ich aber nicht ausprobiert.
 
Senkrechter Aufbau
 
Es gibt noch eine Aufbauvariante, die alle Leute ohne viel Platz interessieren dürfte. Dafür sind der Mast am späteren Einsatzort zu befestigen und anschließend die Segmente einzeln nach oben zu drücken. Das Auseinanderschieben geht relativ einfach. Der Mast wiegt ja auch beim Ausschieben des vorletzten Segments nicht mehr als 6 kg - und die bekomme sogar ich gestemmt, zumal die Spitze ja nur 1,7 m über dem Boden ist.
 
Vorbereitung zum senkrechten Aufbau Den Aufbau in der Senkrechten bekommt man aber nur hin, wenn die Schlauchschellen vorher schon auf den oberen Enden der Segmente sitzen, leicht angezogen sind und so die Segmente vor dem Hineinrutschen bewahren. Das ganze sieht dann aus wie eine kleine Pyramide. Ich musste nur die entsprechende Schlauchschelle etwas lösen und konnte das Segment dann nach oben schieben. Die lose Schlauchschelle rutscht ja automatisch runter. Geht das Segment nicht mehr weiter, braucht man die lockere Schlauchschelle nur wieder anzuziehen. Die Segmente selbst müssen nicht straff auseinander gezogen werden, da sie ja durch die auf dem nächst dickeren Segment aufliegenden Schlauchschellen festgehalten werden.
 
Unmöglicher Aufbau
 
Bei meinen Tests versuchte ich auch, die Segmente auseinander zu ziehen, während der Mast schräg steht. Geht aber nicht! Spätestens bei der Hälfte der Segmente ist die Reibung durch die schon frei hängenden Segmente so groß, dass sich nichts mehr rührt.
 
Halterung
 
Für die Befestigung des Mastes bieten sich 2 Varianten an: mit möglichst breiten, gepolsterten Schlauchschellen oder mit Schnüren. Wer die erste Möglichkeit wählt, sollte stabile Ausführungen nutzen und als oberen Einspannpunkt mindestens das obere Ende des unteren Segments nehmen - höhere Stellen sind noch besser. Die Schlauchschellen sollten im Durchmesser nicht zu klein sein, um Beschädigungen am Mast zu vermeiden, und nicht zu groß gewählt werden, damit sich der Mast möglichst fest einspannen lässt. Die Halterung muss aber unbedingt stabil genug sein. Die Kraft, die der vom Wind weggedrückte Mast ausübt, ist beträchtlich. Kein Wunder, denn der Schwerpunkt liegt etwas über dem vierten Segment, also in einer Höhe von 6 bis 7 m. Multipliziert mit seiner Masse von 6,5 kg kommt da schon ein nicht zu verachtendes Hebelmoment zustande.
 
Ich selbst werde keine Schlauchschellen nutzen, da ich die obere Befestigung nicht hoch genug ausführen kann. Bei mir wäre die obere Einspannstelle lediglich in einer Höhe von 1 m realisierbar - viel zu wenig, um lange Freude am Mast zu haben und nicht Passanten mit dem abgebrochenen Mast zu erschlagen. Daher wird der 18 m lange Spiderbeam-Mast bei mir nur für den Portabel-Einsatz verwendet werden. In diesem Fall lässt er sich einfach in ein paar Meter Höhe über 3 dicke Schnüre und Heringe im Boden sichern.
 
Modifikation der Schlauchschellen
 
Durch die Aufbauversuche wurden die Schlauchschellen nicht gerade wenig beansprucht. Nach ein paar Testserien löste sich der Gummi trotz Klebeschicht von den Schlauchschellen. Dafür klebten bei den Portabeleinsätzen auch nach vorsichtigem Umgang am Ende stets Sand und Gras an der zwischen Metallband und Gummi herausstehenden Kleberschicht fest.
 
Zuschnitt des Schlauchs Eine Lösung musste her. Und die fand ich in Form von Schrumpfschlauch. Zuerst nutzte ich welchen, der noch in der Bastelecke vorhanden war. Leider reichte er nicht für alle Schlauchschellen. Daher kaufte ich mir neuen: Schrumpfverhältnis 2:1, Durchmesser vor dem Schrumpfen 19 mm und danach 9,5 mm. So etwas gibt es als 10er Packung mit 20 cm langen Stücken (z.B. Bestell-Nr. SDH 19 SW bei Reichelt Elektronik). Für die nachfolgende Modifikation werden davon 7 Stücke benötigt - ein paar kurze Reste und 3 unversehrte Stücke bleiben übrig. Der Schrumpfschlauch ist jeweils 23 bis 24 mm kürzer zuzuschneiden, als der zu umhüllende Gummi.
 
Und los geht es! Vielleicht gelingt es ja denjenigen, die die Schlauchschellen neu installieren und gleichzeitig mit Schrumpfschlauch überziehen wollen, an dem Teil des Gummis, der später im Schrumpfschlauch steckt, die Kleberschicht unberührt zu lassen. Dies würde zusätzlichen Halt geben. Ich selbst entfernte die ohnehin durch die während der Versuchsaufbauten schon verschmutzten Kleberreste vollständig. Auf alle Fälle macht es sich wesentlich besser, das Metallband der Schlauchschelle vor dem Überziehen des Schrumpfschlauchs halbwegs gerade zu biegen.
 
Gummi und Schlauch am Schraubengehäuse vor dem Schrumpfen Gummi und Schlauch am Schraubengehäuse nach dem Schrumpfen Denken Sie daran, den Gummi vollständig unter das Schraubengehäuse zu legen und zwischen Schraubengehäuse und Anfang des Schrumpfschlauchs 7 bis 8 mm freizulassen.
Gummi und Schlauch am freien Ende des Metallbandes vor dem Schrumpfen Gummi und Schlauch am freien Ende des Metallbandes nach dem Schrumpfen Das nun noch freie Ende des Gummis ist entlang des Metallbandes zu legen.
fertig überzogene Schlauchschelle Wurde der Schlauch übergezogen, alles festgeschrumpft, die Schlauchschelle wieder in ihre Form gebogen und das freie Ende eingeschraubt, sollte es etwa so wie im Foto aussehen. Man sieht, dass das freie Ende des Metallbandes nicht vom Schrumpfschlauch behindert wird. Dafür dient der Abstand zum Schraubengehäuse.
 
 
 

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