Antennen-Grundregeln

Dies ist die Übersetzung eines Artikels von Jim Duffey, KK6MC, (alias Dr. Megacycle), der auf der KK6MC-Homepage unter "Antenna Rules of Thumb" veröffentlicht ist.
Linie Öfters bittet Jemand bei der Auswahl einer Antenne um Hilfe. Ziemlich häufig sind diese fra­genden Leute Anfänger, die vor dem Treffen der falschen Entscheidung Angst haben. Um QRPern bei der Antennenwahl zu helfen, habe ich einige Grundregeln zusammengestellt.
 
Wie bei allen möglichen Grundregeln sind diese allgemein und es gibt Ausnahmen dabei. Ei­ni­ge können umstritten sein und ich bin sicher, dass wechselnde Standpunkte auch an­de­re Sichtweisen ergeben. Jedoch beabsichtige ich mit diese Richtlinien, den richtigen Weg zu zeigen und dabei keine ausführliche Darstellung der einzelnen Handlungen aufzuführen.
 
Jede Antenne ist besser als keine Antenne. Anstatt qualvoll über die Auswahl einer An­ten­ne zu grübeln, bauen Sie einfach eine auf und benutze Sie sie. Nachdem Sie sie eine Weile be­nutzt haben, werden Ihnen Ihrer eigenen Gewohnheiten und die Fehler der Antenne, die Sie aufgebaut haben, bewusst. Das gibt Ihnen wertvolle Hinweise dafür, in welche Richtung Sie beim Aufbau einer neuen Antenne gehen sollten. Sie können die Hälfte Ihrer Aus­gangs­leistung durch die schlechte Effizienz der Antenne verlieren und trotzdem nur eine S-Stufe nie­driger beim Partner ankommen. Ich höre eine Menge QRP Stationen mit S9, die ge­nau­so gut auch ein QSO mit S8 fahren könnten. Ich befürworte nicht die Unwirtschaftlichkeit von Antennen, aber man kann mit ihr leben. Es ist besser als keine Antenne zu haben.
 
Höhere Antennen sind im Allgemeinen besser als niedrige. Eine Vertical auf dem Dach ei­nes Hauses mit einen Geschoss ist vermutlich eine bessere Wahl als eine auf dem Erd­bo­den im Hinterhof. Ein Dipol, dessen Ende an einem 5 oder 10 Fuß langen Mast auf dem Haus angebunden wird, funktioniert besser als einer, dessen Ende nur an der Dachrinne be­fe­stigt wurde.
 
Die meisten Leute sind mit einem niedrigen Dipol glücklicher als mit einer Ver­ti­cal. Ver­ti­cals benötigen etwas mehr Aufmerksamkeit, um effektiv arbeiten zu können. Anfänger kön­nen bei der Benutzung frustriert werden.
 
Das Aussehen Ihres kupfernen Antennendrahtes ist egal. Dicke oder dünne, isolierte oder blan­ke, flexible oder starre, alles funktioniert recht gut. Mögliche Effekte durch diese Ei­gen­schaften sind zweitrangig. Die alte Formel für die Bemessung eines Halbwellendipols (in Fuß) 468/Frequenz (in MHz), kann ein Anhaltspunkt sein. Je nach den örtlichen Ge­ge­ben­hei­ten kann das Ergebnis etwas variieren, sodass die Formel nur eine Näherung darstellt.
 
Wenn Sie eine Antenne gewählt haben, die mit Koaxialkabel gespeist wird, so sollten Sie ei­ne Drosselspule benutzen. Diese verhindert, dass die Speiseleitung ein Teil der Antenne wird und alle möglichen Arten von Problemen verursacht werden. Es gibt viele Designs zur Auswahl. Mein Liebling ist eine aus Koaxialkabel gewickelte Luftspule. Diese Spulen werden in verschiedenen Handbüchern beschrieben. Sie haben keines? Dann ...
 
... Kaufen Sie sich ein Handbuch oder ein Antennenbuch und studieren Sie es. Antennen än­dern sich nicht viel, sodass auch ein älteres Exemplar des Buchs sehr nützlich ist. Diese fin­det man oft auf Amateurfunk-Flohmärkten. Sie können aber auch ein neues beim Verlag oder einer guten Buchhandlung bestellen.
 
Außenantennen sind besser als Innenantennen. Wenn Sie nur eine Innenantenne aufbauen kön­nen, so ist das auch gut. Doch sehen Sie sich ruhig nach einem Weg um, eine Antenne au­ßen aufzubauen. Ein dünner Draht ein Zoll oder mehr weg vom Gebäude ist besser als ei­ne Innenantenne. Wenn Sie einen Draht aus einem Fenster im zweiten Stock hängen las­sen und gegen ein Gegengewicht speisen können, so ergibt das schon eine hübsche gute An­tenne.
 
Schließen/löten Sie keine Speiseleitungen zusammen. Gute, dämfungsärmere Leitung ko­stet nicht mehr als die Antenne, die sie speist.
 
Die meisten Einzelbandantennen können in Mehrbandantennen umgewandelt werden, in­dem man sie mit einer symmetrischen Leitung und einem Tuner betreibt. Dieses trifft so­wohl auf Schleifen als auch auf Dipole zu. Für einen billigen Tuner mit wenig Verlusten se­hen Sie sich Cecil's Methode auf W5DXP's No-Tuner, All-HF-Band, Horizontal, Center-Fed An­tenna an, bei der die Länge der Speiseleitung geändert und dadurch eine Anpassung er­reicht wird.
 
Wenn Sie eine Antennenbeschränkung haben, so benutzen Sie temporäre Antennen. Eine Angelrute kann mit dem Draht Ihrer Wahl innerhalb von einigen Sekunden zu einer Vertical auf­gerichtet werden. Mit einigen Radials oder der Verbindung zu einem Drahtzaun als Erde kann diese gute Ergebnisse erzielen. Wenn sich jemand über das Aufrichten beschwert, so legen Sie die Antenne flach und errichten Sie sie erneut, wenn er es nicht sehen kann.
 
Betrachten Sie Ihre eigene Betriebspaxis beim Auswählen der Antenne. Wenn Sie sie nur abends benutzen können, dann wird Ihnen eine hohe 10-m-Antenne kaum eine Nut­zungs­dauer ermöglichen, da dass 10-m-Band normalerweise nach Sonnenuntergang tot ist. An­de­rerseits ergibt ein 40-m-Dipol eine Menge Kontakte bis spät in die meisten Abende hin­ein. Er kann auch auf 15 m verwendet werden, wenn Sie Gelegenheit zum Funken am Tage ha­ben.
 
Vermeiden Sie den Satz: "Habe ich alles". Mehrbandantennen sind häufig für den Ein­stei­ger attraktiv. Es sind elektrisch "kleine" Antennen, die immer Kompromisse erfordern und nicht so gut wie Einbandantennen arbeiten. Ich schlage vor, einen Einbanddipol auf­zu­bau­en und für eine Weile zu betreiben. Wollen Sie ein anderes Band ausprobieren, so errichten Sie einfach eine neue Antenne oder speisen Sie die alte mit einem Feeder, um Mehr­band­betrieb zu ermöglichen. Sie können eine Menge Einzelbanddipole für den Preis einer R-7000 aufbauen!
 
Selbstgebaute Antennen sind besser als kommerzielle. Fragen Sie jemanden, der schon ei­ne aufgebaut hat!

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