Nordlichter und Amateurfunk

20. bis 25. März 2017
 
Obwohl ich schon 2006 und 2010 in Island unterwegs war, reizte mich dieses Land immer noch. Daher fuhr ich ein drittes Mal dorthin. Diesmal war ich jedoch zum Beginn des Frühjahrs dort, wenn man diese Jahreszeit dort überhaupt Frühjahr nennen darf. Es ging in dieser knappen Woche nicht um Vogelbeobachtung oder das Bewundern von Landschaften. Einige Vögel und teils spektakuläre Landschaft gab es trotzdem zu sehen. Es ging bei der Reise in einer Gruppe von 29 anderen Nichtfunkern vornehmlich um Nordlichter, die Aurora borealis.
 
Das ganze organisatorische Drumherum, um erst einmal nach Island zu kommen, übernahm der deutsche Reiseveranstalter Rotel Tours. Mit ihnen hatte ich schon vorher gute Erfahrungen gemacht. Sie hatten sich wiederum das isländische Reiseunternehmen Guðmundur Jónasson Travel ins Boot geholt. Untergebracht waren wir in Reykjavik im Hótel Cabin und in Hveragerði im Hótel Eldhestar. Beide Orte liegen im Südwesten der Insel.
 
Am Tag unserer Anreise gab Hagstofa Íslands (Statistics Iceland) bekannt, dass am 1. Januar 2017 genau 338349 Einwohner in Island lebten. In der Hauptstadt Reykjavik lebt mehr als jeder Dritte von ihnen, im Großraum von Reykjavik fast zwei von drei. Der Rest der 103000 km2 großen Insel ist demzufolge nicht sehr dicht bewohnt.
 
Impressionen
 
Hallgrims-Kirche Die ersten beiden Tage waren Reykjavik vorbehalten. Nachdem wir am späten Nachmittag des ersten Tages auf Island ankamen, sah ich mir noch etwas die Stadt an. Parlamentsgebäude In den vergangenen Jahren wurde viel gebaut. Unser Hotel befand sich eher am Stadtrand.
 
Der Vormittag des zweiten Tages war der Stadt selbst vorbehalten. In einer Stadtrundfahrt und einem Stadtrundgang erkundeten wir einen Teil der Sehenswürdigkeiten. Selbstverständlich standen die Hallgrims-Kirche (Hallgrímskirkja) und das Stadtzentrum mit dem Parlamentsgebäude (Alþingshúsið) auf dem Programm. Besonders ein Blick von den Heißwasserspeichern der Perle (Perlan) auf dem 61 m hohen Hügel Öskjulið sollte man nicht versäumen. Dort oben gibt es eine Aussichtsplattform und unter der Glaskuppel ein Cafe.
Panorama − Blick von der Perle auf Reykjavik
Der Vormittag des dritten Tages war einem Besuch in der Blauen Lagune (Bláa Lónið) gewidmet. Diese dürfte die bekannteste Badestelle Islands sein. Sie liegt einige Kilometer nördlich von Grindavík − also von Reykjavik auf dem halben Weg zum Flughafen in Keflavík zurück.
 
Angefangen hat alles 1978. Damals versorgte das hier immer noch ansässige geothermische Kraftwerk den Flughafen und die umliegenden Ortschaften mit Heißwasser und Strom. Das aus rund 2000 m Tiefe geförderte Salzwasser nimmt man zum Erhitzen von Süßwasser. Das abgekühlte Salzwasser wird anschließend in ein benachbartes Auffangbecken geleitet. Ganz am Anfang wuschen sich nur die Arbeiter des Kraftwerks darin, bevor sie nach Hause fuhren. Einem von ihnen fiel auf, dass sich seine Hautkrankheiten durch das milchige Wasser linderten. Sein Arzt riet ihm, damit nicht aufzuhören.
 
So entstand aus dem Abwasserbecken des Kraftwerks schrittweise die Blaue Lagune. Anfangs war der Eintritt frei. Später wurden Umkleidekabinen gebaut und ein geringes Entgelt verlangt. Das Eintrittsgeld erhöhte sich, je mehr gebaut wurde. Heute sind es mindestens 5400 ISK, derzeit etwa 46 €. Inzwischen wird die Blaue Lagune von genau dem Arzt als Touristenattraktion vermarktet, der damals dem Arbeiter riet, darin zu baden. Der Arzt ist mittlerweile Millionär und es strömen jährlich über 200000 Badegäste in die Blaue Lagune. Zusätzlich wurde in der Nachbarschaft eine Kurklinik errichtet, ein Luxushotel soll folgen (deshalb die Kräne).
 
Auf dem Weg zur Blauen Lagune kann man sehr gut sehen, wie es einmal angefangen hat. Denn noch heute wird das Abwasser ins Lavafeld geleitet, wo es milchig bläuliche Seen bildet. Bei unserem Aufenthalt waren die umliegenden Hügel weiß verschneit, was noch einmal einen besonderen Reiz ausmachte, wenn man im 37 bis 40 °C warmen Wasser liegt.
Panorama − Blick von der Straße auf das Geothermalkraftwerk links und die Blaue Lagune rechts
Allmännerschlucht Gullfoss Am vierten Tag fuhren wir auf dem "Golden Ring" (Gullni hringurinn), einer Route, die wahrscheinlich jeder Tourist absolviert. Leider spielte das Wetter nicht mit, doch so konnten wir auch einen typischen isländischen Frühlingstag mit Schneeregen und starkem Wind bei 0 °C erleben.
Bereits um das Jahr 930 wurden in der Ebene der Volksversammlung (Þingvellir) die traditionelle Versammlung Alþing abgehalten. Die noch heute am Rande des Parlamentsplatzes und an mehreren Stellen der Allmännerschlucht (Almannagjá) vorhandenen Steinmauern waren jedoch vom Schnee überdeckt. Die sich parallel an die Schlucht anschließende 15 km breite Senke ist eine der Schnittstellen zwischen der nordamerikanischen und der eurasischen Kontinentalplatte. Eine weitere Rissstelle befindet sich etwa 150 km östlich.
Am nördlichsten Punkt des Goldenen Rings liegt der Goldene Wasserfall (Gullfoss). Er soll bei bestimmten Lichtsituationen golden leuchten. Bei unserer Ankunft war er zum Teil noch vereist − von Gold keine Spur. In mehreren Stufen stürzt das Wasser des Flusses Hvítá in die 70 m tiefe Schlucht.
 
Großer Geysir Butterfass Und spätestens in Islands bekanntestem Geothermalgebiet, dem Haukadalur, bekommt jeder, der es will, einen Geysir zu sehen. Ursprünglich wurde nur der Große Geysir (Stóri-Geysir) als Geysir bezeichnet. Doch mittlerweile hat sich dieser Name in der ganzen Welt für Springquellen durchgesetzt. Nicht jedoch in Island. Da heißen sie weiterhin Goshver und tragen jeweils einen eigenen Namen. Der Große Geysir ruht schon seit vielen Jahren. Ihn kann nur die nächste vulkanische Aktivität in dieser Gegend wieder wecken. Doch seien Sie nicht traurig. Der Strokkur (Butterfass) nebenan schafft es zwar nur auf 10 m, doch die sicher alle 5 bis 10 Minuten. Seine Eruptionen kündigen sich mit einer Wasserglocke an. Wenn Sie sie sehen, dann drücken Sie auf den Auslöser Ihres Fotoapparats. Wenn Sie sie verpasst haben, warten Sie einfach kurz.
 
Sandstrand bei Reynisdrangar Am fünften Tag besserte sich das Wetter. Sonnenschein gab es zwar nicht, doch Regen und Schneeregen blieben während der Fahrt an der Südküste aus. Vik bildete den östlichsten Punkt unserer Reise. Basaltsäulen Der kleine Ort ist berühmt für seine Wollfabrik. Wer so etwas als Souvenir mitnehmen möchte, sollte es dort kaufen. Die Auswahl ist schier unermesslich.
 
Vik verfügt über einen berühmten schwarzen Lavastrand. Hinter dem Vogelfelsen von Vik befindet sich noch ein weiterer − der Sandstrand bei Reynisdrangar. In der Felswand befindet sich außerdem eine Felsengrotte (nein, nicht die mit dem Loch am anderen Ende des Strands), an der man sehr gut die Basaltnadeln sehen kann. Doch wer hier ein Selfie mit dem Meer im Rücken macht, sollte aufpassen. Wie am Strand von Vik ist das Meer hier oft wild und aufgewühlt. In regelmäßigen Abständen rollt eine der Wellen wesentlich weiter auf den Strand als es die Spuren vermuten lassen. So trägt dieser Strand bei den Isländern nicht umsonst den makaberen Beinamen "Take Away".
 
Torfhof in Skógar mit dem Eyjafjöll im Hintergrund Skógar bildete einen weiteren Haltepunkt. Zum einen befindet sich dort das Freilicht- und Heimatmuseum (Skógasafn), zum anderen ein Wasserfall. Skógarfoss mit mir im Vordergrund Ich bin kein leidenschaftlicher Besucher von Museen. Doch der in den vergangenen 60 Jahren im Stil der Zeit eingerichtete Torfhof und andere Gebäude, meist aus dem 19. Jahrhundert, eine Kirche und eine kleine Schule sind einen Stopp wirklich wert. Im Hauptgebüde befindet sich auch ein Verkehrsmuseum. In einem größeren Museumsgebäude sind unzählige Gebrauchsgegenständen und Kunsthandwerkliches ausgestellt. Auch ein Exemplar der 1584 auf Isländisch gedruckten Bibel (Guðbrandsbiblía) befindet sich dort. Sehenswert ist auch der besegelte Achtruderer, der in früheren Zeiten zum Fischfang diente.
 
Am 60 m hohen Wasserfall von Skógar (Skógarfoss) sollte man auf keinen Fall vorbei fahren, auch wenn er von vielen Menschen besucht wird. Im Sommer macht es sogar Spaß, bis nahe an die Gischt zu gehen − im Frühjahr eher ein kaltes Vergnügen. Beeindruckend ist das herabstürzende Wasser allemal.
 
Der Ausbruch des Vulkans unter dem Eyjafjallajökull vom 14. April bis 9. Juli 2010 ist besonders im südlichen Teil Islands noch immer allgegenwärtig. Die kurz davor (20. März bis 12. April 2010) an dem in unmittelbarer Nähe liegenden Fimmvörðuháls herausgeschleuderte und herabfließende Lava war spektakulär. Doch die Eruptionen des Eyjafjallajökull, die folgten, waren dagegen ein Nichts. Der Ausbruch des Vulkans hatte nicht nur Folgen auf Island. Die Aschewolke zog zuerst Richtung Süden und dann über weite Teile Europas hinweg. Dadurch wurde tagelang der Flugverkehr lahmgelegt.
 
Seljavellir am 25. Juli 2010, der Eyjafjallajökull verbirgt sich in den Wolken Am 25. Juli 2010 (zwei Wochen nach dem Ende des Ausbruchs) sah ich mich während meiner zweiten, schon lange vor dem Ausbruch geplanten Reise unter anderem in Seljavellir um. Das ist eines der Täler, in dem sich die Aschewolke des hier nur 4 km entfernten Vulkans ablagerte. Dort befand sich bis zum Ausbruch eine kleine Farm und weiter hinten im Tal ein warmes Freibad, das Seljavallalaug. Als ich dort war, war von der Farm jedoch nichts mehr zu sehen. Die Häuser waren leer und eine sehr dicke Ascheschicht lag auf dem Boden des gesamten Tal. Große Bagger bemühten sich, die Flüsse, die Unmengen Asche in Richtung Meer schwemmten, freizubekommen, damit sie nicht noch mehr über die Ufer treten. Mittlerweile soll das Bad Seljavallalaug wieder offen sein.
 
Eyjafjallajökull kurz nach dem Ausbruch im April 2010 © www.icelanderupts.is Die Familie im Tal Þorvaldseyri direkt daneben hatte etwas mehr Glück. Doch sie musste hart um den Fortbestand ihres Landwirtschaftsbetriebs kämpfen. 250 m weiter in Richtung Reykjavik liegt auf der linken Seite direkt an der Ringstraße 1 das kleine Eyjafjallajökull Eldgos (www.icelanderupts.is) genannte Besucherzentrum. Es wurde genau ein Jahr nach Beginn des Ausbruch eröffnet und dokumentiert anschaulich die Macht des jetzt wieder schlafenden Vulkans. Sehr sehenswert ist besonders der 20-minütige Film über die Farmersfamilie im Þorvaldseyri. Der Film ist viel mehr als nur ein Familienfilm. Er zeigt sehr anschaulich die Wucht des Ausbruchs und die Auswirkungen auf das Land, die Tiere und Menschen. Sehr sehenswert − unbedingt ansehen!
Nachtrag vom 3. Dezember 2017: Die Webseite des Besucherzentrums ist nicht mehr erreichbar, da das Besucherzentrum zum 1. Januar 2018 schließen wird.
 
Seljalandsfoss 10 km weiter scheint die Welt wieder völlig unberührt vom Ausbruch zu sein. Und noch ein Stück weiter Richtung Reykjavik liegt der schon von weitem sichtbaren Seljalandsfoss (32 m hoch). Ihn kann man hintergehen, was man jedoch bei Wind und im Winter schon gar nicht machen sollte, um nicht völlig nass zu werden.
 
Nordlichter
 
Die Sonne sendet kontinuierlich elektrisch geladene Teilchen mit einer Geschwindigkeit von mehr als 300 km/s aus, der auch als Sonnenwind bezeichnet wird. Der stärkste Sonnenwind ist während der fleckenreichen Phasen der Sonnenzyklen zu verzeichnen. Derzeit sind die Aktivitäten eher schwach. Nach zwei bis vier Tagen treffen die Sonnenwindteilchen auf die irdische Magnetosphäre − das sichtbare Licht benötigt nur 8 Minuten. Den größten Teil des Sonnenwinds lenkt die Magnetosphäre ab. Ansonsten würde es das Leben auf der Erde in der jetzigen Form nicht geben. Die Plasmateilchen können nur an den magnetischen Polen in die Atmosphäre herunterströmen.
 
Polarlichter treten in verschiedenen Farben auf, je nachdem, auf welche Moleküle sie in der Luft treffen und wie hoch ihre Energie ist. Trifft der Sonnenwind in etwa 100 km Höhe auf Sauerstoffatome, sind die Polarlichter grün. Sauerstoff in 300 km Höhe lässt rote Polarlichter entstehen. Sind Stickstoffatome beteiligt, leuchten die Polarlichter violett bis blau. Doch es gibt auch Mischfarben. Die Polarlichter bilden sich über einem ovalem Ring von einigen Grad Breite rund um den geomagnetischen Pol.
 
Der Sonnenwind produziert nicht nur schöne Polarlichter. Er kann auch Störungen in elektrischen Anlagen hier auf der Erde und in den vielen Satelliten verursachen. Daher überwacht unter anderem der Advanced Composition Explorer (ACE) der NASA die von der Sonne ausgestoßenen Teilchen. Dank dieses Satelliten lässt sich schon 24 bis 36 Stunden vorher ermitteln, wie stark der die Erde treffende Sonnenwind sein wird.
 
NOAA Aurora Forecast Unsere beiden Übernachtungsorte lagen innerhalb des für Aurora vorhergesagten Streifens rund um den geomagnetischen Nordpol. Eine Vorhersage in Form eines kleinen Videos ist auf der Webseite des zum NOAA gehörenden Space Weather Prediction Center verfügbar. Dort wird auch angegeben, wann ein geomagnetischer Sturm zu erwarten ist. Am 22. und 23. März 2017 sollte demnach ein kleiner Sturm (G1 Minor) eintreffen. Doch Nordlichter können eigentlich immer auftreten. Es muss nur dunkel sein, um sie sehen zu können.
 
Uns machte jedoch die Bewölkung einen Strich durch die Rechnung. Zwar schien tagsüber manchmal die Sonne, doch abends zogen stets Wolken auf. Lediglich am 22. März sollte es auch abends teilweise wolkenfrei sein. Daher fuhren wir mit dem Bus weit außerhalb von Reykjavik, um so dem Licht der Stadt zu entgehen. Zu sehen war während einer kurzen Zeit nur ein schwaches weißes Nordlicht, das jedoch fast den gesamten Himmel über uns einnahm. Ein Mitreisender präsentierte uns am nächsten Tag ein mit sehr langer Belichtung aufgenommenes grünes Nordlicht, das jedoch in dieser Form nicht für uns sichtbar war. Doch die mit dem bloßen Auge wahrnehmbaren Bewegungen des Nordlichts waren auch ohne Farbe beeindruckend. Da werde ich wohl noch einmal in eine Gegend fahren müssen, in der Polarlichter sichtbar sind.
 
Amateurfunk
 
Island ist CEPT-Land. Daher war es nicht erforderlich, sich auf kompliziertem Weg eine Gastlizenz zu besorgen. Die Mitführung der Lizenz des Heimatlands reichte, um als TF/DK3RED/P aktiv zu werden. Als Transceiver hatte ich einen ganz neu erworbenen Elecraft KX3 mit eingebautem Antennentuner dabei. Ein 13-m-Dipol nach Karl Hille, DL1VU, an einem 10 m hohen Teleskopmast diente als Antenne. Außerdem kamen zum Geben eine Palm Single und ein Tablet-PC zum Einsatz. Die Stromversorgung bildete ein LiFePo4-Akkumulator mit 4,5 Ah Kapazität.
 
Free Azimuthal Maps Die Lage Islands zeigt die Beam-Karte rechts. Ich habe sie auf der Webseite von Tom Epperly, NS6T, mit Free Azimuthal Maps entworfen. Sie zeigt in diesem Fall die Umgebung von Island in bis zu 5000 km Entfernung. Nach der Eingabe des eigenen Standorts und der gewünschten Größe wird eine PDF-Datei erstellt.
 
Schon auf dem Weg von meinem Heimatort zum Flughafen fiel mir auf, dass ich den Adapter BNC-Stecker auf Polklemmen vergessen hatte. Die restlichen Kabel hatte ich eingepackt. Die Zweidrahtleitung habe ich mit Bananensteckern versehen, die Antennenbuchse am Transceiver ist jedoch eine BNC-Buchse. Zwar sah ich mich in Frankfurt (Main) noch bei einem großen Elektrogerätehändler um, fand dort aber nichts mit einem BNC-Stecker. Doch ich hatte schon eine Idee. In Reykjavik kaufte ich ein paar Büroklammern aus Kupfer und Gummiringe. Eine Büroklammer klemmte ich unter die Erdungsklemme des Transceivers, die andere steckte ich bis zum Ende so in die BNC-Buchse, dass sich der Mittelkontakt nicht aufbiegt. Ein am Fuß des Transceivers befestigter Gummiring hielt den Draht in der Buchse fest. An den anderen Enden der Büroklammern ließen sich die Bananenstecker befestigen. Klar war die Impedanz dieser Konstruktion garantiert abseits von 50 Ω, doch der interne Antennentuner glich die Störstelle aus.
 
QSL-Karte TF/DK3RED/P In Reykjavik war an eine Aktivierung der Station nicht zu denken. Temperaturen an den Abenden zwischen −2 und +3 °C sowie starker Wind verhinderten den Portabelbetrieb im Freien. Und das Zimmer im Hotel ließ keinen Antennenaufbau zu, da es eine Innenkabine war, die kein Fenster besaß. In Hveragerði wohnten wir jedoch auf einem Pferdehof. Daher baute ich schnell nach unserer Ankunft die Antenne auf dem Rasen vor dem Hotel auf und legte die Speiseleitung durchs Fenster ins Zimmer. Am ersten Abend gelangen nach dem Abendessen nur ein paar QSOs. Am nächsten Tag wollte ich noch vor dem Frühstück ein paar Verbindungen ins Logbuch bekommen. Doch der Sturm in der Nacht hatte mir einen Strich durch die Rechnung gemacht. Die Teleskopantenne war zusammengerutscht. Ich wollte bei dem noch immer starken Wind und Schneeregen die Antenne jedoch nicht im Schlafanzug wieder aufbauen. Der erneute Aufbau musste bis zum Nachmittag warten. Danach gelangen vor und nach dem Abendessen mehr QSOs.
 
In insgesamt knapp 3 Stunden erreichte ich mit 5 W Sendeleistung 18 CW-Verbindungen auf 30 m. Die meisten Verbindungen waren über 2000 bis 4500 km zu Stationen in ganz Europa, in einer erreichte ich über 4700 km auch Ohio. Einige Stationen in Kanada (VE3) waren zu hören, doch vollständige QSOs kamen nicht zu Stande.
 
Ich danke allen, die meine leisen Signale aufnehmen konnten und beantwortet haben. QSL-Karten sind in Vorbereitung und werden über das QSL-Büro verschickt. Da ich keine farbigen Nordlichter sah, muss ich wohl noch einmal nach Island fahren. Eine Funkstation wird sich garantiert auch dann wieder im Gepäck befinden. Eventuell bietet sich dann eine Gelegenheit für all jene, die mich nicht erreichen konnten.

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