Jahresausklang im Fürstentum Liechtenstein

17. Dezember 2016 bis 1. Januar 2017
 
Berggasthaus Sücka Den letzten Jahreswechsel 2015/2016 verbrachte ich auf der Insel Malta. Aufgrund der Unterkunft in einem Hotel in der Stadtmitte hatte ich keine Funkstation im Gepäck, obwohl Malta ein CEPT-Land ist. Diesmal zog es mich wieder mit Funkstation hinaus − und in die Berge. Ziel war wiederum das Fürstentum Liechtenstein, das ich schon von einigen Reisen in den Vorjahren her gut kannte.
 
Ich nistete mich abermals im Berggasthaus Sücka ein, das sich auf 1402 m Höhe befindet und dessen genaue Position hier zu finden ist. Den Weg von Berlin absolvierte ich wieder bequem im Nachtzug (der jetzt EuroNight heißt) bis Zürich. Vor dort ging es im InterCity bis Sargans und noch ein kleines Stück mit dem Bus von LIEmobil über Vaduz bis zur Haltestelle "Steg Tunnel". Hausgäste können von dort auch mit einem Shuttle abgeholt werden. Doch ich wählte den 20 min langen Fußweg.
Panorama − Blick von Silum ins Rheintal
Unterwegs in den Bergen
 
Hauptbetätigung in Liechtenstein sollte die Bewegung in freier Natur sein. Normalerweise sind im Winter nicht alle Wanderwege, die es dort gibt, begehbar. Doch in diesem Dezember bliebt der Schnee aus.
 
In Liechtenstein gibt es für 22,50 CHF unter dem Titel "Wanderkarte Fürstentum Liechtenstein" eine sehr gute Karte, die im Maßstab 1:25000 alle der insgesamt etwa 400 km Wanderwege wiedergibt. Alternativ sind Wandertouren unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade auf Landesverwaltung und Liechtenstein Tourismus aufgelistet. Ich möchte einige Touren vorstellen, die man sowohl im Winter als auch im Sommer absolvieren kann.
 
Blick ins Valünatal und auf Steg Tour 1 (Sücka − Silum − Gaflei): Ab dem alten Tunnel etwas oberhalb des Berggasthauses Sücka führt der Weg auf der Saminatalseite knapp unterhalb des Bergkamms teils im Wald bis zum Aussichtspunkt (1540 m) oberhalb von Silum. Von Silum (1469 m) geht ein Weg weiter in Richtung Bargella und Fürstensteig. Diesem Weg folgt man auf der Rheintalseite zumindest bis zu dem Punkt, an dem er zur Alp Bargella (1663 m) und zum Kamin abzweigt. Wer will kann von dort einen Abstecher zum Bargellasattel (1742 m) machen (etwa 40 Minuten zusätzlich für Hin- und Rückweg einrechnen). Schloss Balzers im Nebel Der Rückweg beginnt oberhalb des Parkplatzes Gaflei (nicht erst am Parkplatz) und führt ein Stück oberhalb des Berggasthauses Matu weiter auf der Rheintalseite wieder bis Silum. Dort hat man die Wahl, den anfangs benutzten Weg (Saminatalseite) bis zum Berggasthaus Sücka zu nutzen oder auf der Rheintalseite weiter durch den Wald am Hang entlang bis zur anderen Seite des alten Tunnels zu gehen. Der Wegabschnitt auf der Rheintalseite ist aber stellenweise etwas schmal und dürfte nach starkem Schneefall nicht sicher passierbar sein. Für die gesamte Strecke sind etwa 2,5 Stunden zu veranschlagen. Wer nicht so weit/lange gehen möchte, kann vom Berggasthaus Sücka kommend schon in Silum umkehren, wodurch sich die Zeit auf etwa eine Stunde verkürzt.
 
Alter Tunnel Tour 2 (Sücka − Masescha − Vaduz): Dieser Weg führt vom Berggasthaus Sücka (1402 m) durch den alten Tunnel (1433 m) abwärts bis Mitätsch (1273 m) und von dort weiter bis Masescha (1240 m). Dort geht es nach 100 m Straße weiter in Richtung Hinterprufatscheng (1107 m) und Ruine des Wildschlosses (847 m). Ruine Wildschloss Der letzte Teil des Wegs zum Wildschloss führt im Wald auf einem recht schmalen Weg hinab. Hier ist bei viel Schnee Vorsicht geboten! Von der Ruine Wildschloss geht es auf kürzestem Weg Richtung Schloss Vaduz (600 m), wobei sich im letzten Bereich eine Abkürzung durch den Schlosswald nehmen lässt. Die gesamte Tour ist zwar recht lang, doch da es hauptsächlich eben oder abwärts geht, ist sie in etwa 3,5 Stunden zu bewältigen. Ab "Vaduz Post" (457 m) nimmt man zuerst den Bus der Linie 21 Richtung Malbun bis zur Bushaltestelle "Steg Tunnel" (1276 m) und dann den Weg zurück bis zum Berggasthaus Sücka.
 
im Valünatal im Valünatal Tour 3 (Valünatal): Ein Weg führt vom Berggasthaus Sücka (1402 m) am Hang entlang bis zur Alpetli (1623 m). Wenn Schnee liegt, lässt sich die danach folgende schwierige Stelle an der Schwarzen Wand nicht passieren. Das ist eine Geröllhalde, die eigentlich immer lawinengefährdet ist. Nach der Schwarzen Wand führt ein Fahrweg in Serpentinen wieder hinunter ins Tal. Am Obersäss (1652 m) bietet sich eine herrliche Aussicht auf die Bergwelt von Liechtenstein, angefangen vom Naafkopf bis zum Grauspitz. Vom Obersäss führt der Weg langsam abwärts an der Alp Valüna (1416 m) vorbei bis zum Gänglesee (1303). Die Alp Valüna ist im Winter geschlossen. Kurz vor dem See führt ein Fahrweg wieder hinauf zum Berggasthaus Sücka. Alternativ geht man bis nach Steg hinein und benutzt an der Brücke nahe dem Parkplatz "Steg Tunnel" (1276 m) die Fahrstraße zum alten Tunnel oder den Fußweg durch den Wald bis zum Berggasthaus Sücka. Für den gesamten Weg sind 3,5 Stunden zu veranschlagen. Panorama − Blick vom Sareis
Tour 4 (Sareis): Wenn ein Blick auf die Webcam eine gute Aussicht verspricht, sollte man sich auf den Weg zum Sareis machen. Als Startpunkt bietet sich die Friedenskapelle in Malbun an (Bushaltestelle "Malbun Zentrum"). Von dort läuft man den Winterwanderweg nach oben. Bei Schnee sind danach die Skipisten zu überqueren. Der Weg führt oberhalb der Alp Turna vorbei, macht dort eine Kehre und führt dann zum Bergrestaurant Sareis. Alternativ kann man den Sessellift von Malbun bis zum Sareis nutzen.
 
Hinweis: Wer in der Nähe des Schlosses in Vaduz unterwegs ist, sollte auf die anderen Spaziergänger oder Jogger einmal genau achten. Es kann passieren, dass man dort ein Mitglied des Fürstenhauses sieht. So begegnete mir dort zum nunmehr zweiten Mal Ihre Durchlaucht Fürstin Marie-Aglaé. In der Regel sind die Mitglieder nicht mit einer Leibwache unterwegs. Ein Knicks muss bei der Begegnung nicht sein, ein freundlicher Gruß selbst ohne Nennung des Titels reicht aus. Doch ein Selfie ist nicht angebracht.
 
Amateurfunklizenz und Funkbetrieb
 
Stationsausrüstung Das Fürstentum Liechtenstein ist CEPT-Land. Daher ist es nicht erforderlich, sich auf kompliziertem Weg eine Gastlizenz zu besorgen. Die Mitführung der Lizenz des Heimatlands reicht.
 
Als Stationsausrüstung hatte ich als Transceiver einen Elecraft K1 samt einem 13-m-Dipol nach Karl Hille, DL1VU, an einem 8 m hohen Teleskopmast dabei. Außerdem kamen eine Mini Morse Taste und als Stromversorgung ein LiFePo4-Akkumulator mit 4,5 Ah Kapazität zum Einsatz. Zwar habe ich den Elecraft K1 schon mit einem internen Antennentuner ausgestattet, doch zur Sicherheit hatte ich noch den ZM-4 mit.
 
QSL-Karte HB0/DK3RED/P Recht oft an den Vormittagen versuchte ich Funkverbindungen auf den vier zur Verfügung stehenden Bändern herzustellen. Am Ende befanden sich 84 QSOs mit Stationen aus ganz Europa und dem nahen Osten im Logbuch. Die QSL-Karten vom QSL-Shop sind bereits auf dem Weg über das Büro an die QSO-Partner unterwegs, ohne auf eingehende Karten zu warten. Trotzdem würde ich mich über eingehende Karten freuen.

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