7. Schwarzwaldtreffen
der QRPer und Selbstbauer

5. Oktober 2013
 
DL-QRP-AG Am 5. Oktober 2013 lud die DL-QRP-AG zum indes 7. Schwarzwaldtreffen nach und an den Schluchsee ein. Als Ort des Geschehens konnten Peter Johe, DL1PJ, wieder die Räu­me der Grundschule Schluchsee (47°48′56,4″N, 8°10′57″O, Faulenfürster Str. 12, 79859 Schluchsee) organisieren.
Wir dürften die Schule kostenlos nutzen. Spenden für Un­terrichtsmaterialien waren jedoch willkommen. Die Schulräu­me waren diesmal nötig, denn das Wetter überraschte mit dem einen oder anderen kurzen Schauer.
 
Einige konnten es bis zum offiziellen Beginn des Treffens nicht aushalten. Diese Ungeduldigen hatten sich schon am Abend vorher im Restaurant Seestübl beim Campingplatz Schluchsee getroffen.
 
All diejenigen, die an dem parallel zum Treffen stattfindenden Rahmenprogramm teil­nehmen wollten, fanden sich bereits um 9.30 Uhr vor der Schule ein - und verschwan­den mit Jogi.
Für alle an QRP und Selbstbau Interessierten ging es gegen 10 Uhr los - mit den Vor­trägen und dem Regen. Etwa 50 Teilnehmer lauschten am Samstag den vorgetragenen Themen, wobei sich einige Zuhörer noch später dazugesellten.
 
Vortrag zum SMD-Löten Wie eine kurze Umfrage bewies, hatten viele der anwe­senden Selbstbauer noch keine Erfahrung mit dem Löten von SMD-Bauteilen gesammelt. Daher war der erste Vortrag von Klaus Kuhnt, DF3GU, und Frank Nockemann, DH6DAP, an alle "Noch-nicht-probiert-Haber" des SMD-Lötens gerichtet. Damit nun nicht alle um den Tisch herumstehen müssen und letzt­endlich nur wenige etwas erkennen können, wurden die Handlungen beim Löten mit einem Kameramikroskop aufge­nommen und von einem Beamer an die passende Fläche im Klassenzimmer projiziert. Beim Löten selbst ist so eine Kamera eher nicht zu gebrau­chen. Vortrag zum SMD-Löten Vortrag zum SMD-Löten Alle wichtigen Utensilien für das reibungs­lose Auf- und Entlöten wurden aufgezählt und vorgeführt sowie auch die genannt und ge­zeigt, die nicht verwendet werden sollten.
Andrea Nockemann, DG6DAS, die den Vortrag eigentlich halten wollte, versagte jedoch ein paar Tage vorher die Stimme. Sie hatte die Auf­forderung, bei der Bundestagswahl die Stimme abzugeben, wohl als Wahlhelfer zu wörtlich ge­nommen. Ihr Arzt hatte ihr daraufhin ein strik­tes Redeverbot auferlegt. Trotzdem ließ sie es sich nicht nehmen, ihrem als Ersatz eingesprungenen Mann genau auf die Finger zu gucken. Wer sich traute, konnte das SMD-Löten nach dem Vortrag auf dem Flur auch gleich probieren.
 
Vortrag zum Eigenbau-KW-Empfänger Vortrag zum Eigenbau-KW-Empfänger Heinz Stampfl, HB9KOC, stellte den zu­sammen mit Rolf Hasler, HB9QN, seit 2005 über mittlerweile mehrere Entwicklungs­schritte entstandenen, selbstgebauten KW-Empfänger vor. Während der Ent­wicklung entstand so "nebenbei" das eine oder andere Produkt, wie beispiels­weise ein separater Preselektor. Alleine schon vor der mechanischen Realisierung (sprich Gehäuse), zog ich meinen Hut. Da Heinz auch professionell Morsetasten herstellt, besitzt er jedoch die nötigen Maschinen und Fertigkeiten zur Herstellung sehr ansprechender Gehäuse.
 
Antenne DX-2000 Antenne DX-2000 Kurz vor dem Mittag rief uns Karl-Heinz Mühlau, DK2WM, kurz seine altbewährte, noch immer von ihm hergestellte Antenne DX-2000 ins Gedächtnis, die er auf dem Rasen vor dem Gebäude aufgebaut hatte. Doch wer hoffte, nach dem Essen noch einmal die Antenne näher in Augenschein nehmen zu können, sah sich enttäuscht. Mit Karl-Heinz war auch seine Antenne wieder verschwunden. Dagelassen hatte er nur ein paar Informationsblätter mit den technischen Daten und dem Preis.
 
Vortrag zur Molchschleife Vortrag zur Molchschleife Peter Zenker, DL2FI, stellte die von ihm seit einigen Jahren genutzte Quad-Loop (Molchschleife) mit einer Kantenlänge von nur 11 m (Umfang 44 m) in Theorie und Praxis vor. Für Letzteres nutzte er eine der wenigen Regenlücken und die Freiflä­che vor der Schule. Da die Antenne eine Schleife ist, muss kein Verkürzungsfaktor berücksichtig werden. Außerdem ist sie aufgrund der Schleifenform störärmer als eine Vertikal oder ein Dipol. Die große Version lässt sich bequem an einem 16-m-Mast von Spiderbeam aufstellen, für die kleinere reicht ein 10-m-Mast. Die 44-m-Version funktioniert laut Peter ab 40 m aufwärts super, auf 80 m ordentlich und auf 160 m so lala. Die nach dem gleichen Prinzip arbeitende Portabel-Version wartet mit halbierten Abmessungen auf. Die gezeigten Simulationsergebnisse entstanden erst nach dem Aufbau, denn Peter wollte wissen, warum diese Antenne auf allen KW-Bändern so gut funktioniert. Der Name Molchschleife stammt nicht etwa von dem gleichnamigen Tier und seinem Einbau irgendwo in der Antenne, sondern vom Namen der Straße, an der Peters Haus steht.
 
Vortrag zum 80-m-Peilempfänger Vortrag zum 80-m-Peilempfänger Danach stellte Peter Solf, DK1HE, seine neueste Eigenentwicklung vor: einen 80-m-Peilempfänger als Jugendprojekt in seinem OV. Im Empfänger nutzt DK1HE unter anderem einige der schon von ihm im Transceiver MA12/40 verwendeten und hier angepassten Baugruppen, wie etwa die Eintakt-A-Endstufe als NF-Verstärker. Als Antenne findet eine geschirmte Rah­menantenne Verwendung. Im Vorverstärker ist ein Transistor in Basisschaltung mit einstellbarer Stromquelle eingesetzt. Die davor liegende Diode dient als Abschwächer, sodass der Empfänger einen Dynamikumfang von insgesamt 80 dB besitzt. Weitere Detail sind die Kapazitätsdiode im Oszillator und eine Batteriespannungsanzeige. Zwischenzeitlich wurde der Empfänger bis zur Pro­duktionsreife weiterentwickelt, sodass er demnächst beim QRPproject erhältlich sein wird. Eine Veröffentlichung dazu ist in der CQ DL vorgesehen.
 
Vortrag zum Paraset Raimund Reh, DL1EGR, hatte seinen Paraset mitgebracht, dessen Schaltung auf dem Original aus den späten 40er-Jahren basiert. Der 6V6 gibt 5 bis 7 W auf 80 m ab. Die Rückkopplung funktioniert ähnlich wie beim Audion. DL1EGR wollte zeigen, dass man sich auch heute noch praktisch mit den Ursprüngen des Amateurfunks beschäftigt kann.
 
Vortrag zur Delta-Pol-Antenne Vortrag zur Delta-Pol-Antenne Nochmals zu Antennen: Ulrich Lebegern, DG4SFS, untermauerte seine im vergan­genen Jahr am gleichen Ort in einem praktischen Feldtest vorgestellte Delta-Pol-Antenne nun mit den in der Zwischen­zeit gemachten praktischen Erfahrungen und in Messungen ermittelten Werten. Der Delta-Pol basiert auf dem aus den USA stammenden C-Pol. Die Abmessun­gen des für 40 m bzw. für 30 m zugeschnittenen Delta-Pols finden Sie hier. Doch diese Antenne lässt sich nicht nur auf einem Band betreiben, wie es die Messwerte im Bild oben für die 40-m-Version zeigen.
 
Vortrag zum HF-Messzwerg Vortrag zum HF-Messzwerg Den vom Team Funken-Lernen schon auf der diesjährigen Ham Radio in Friedrichshafen vorgestell­ten "HF-Messzwerg" hatte DH8DAP mitgebracht. Das Messinstrument kann bisher Induktivitäten und Kapazitäten ermitteln sowie Pegel bis 500 MHz und Frequenzen bis in den Gigahertzbereich messen. Die Baumappe ist seit dem Nierenstein-Oppenheim-Seminar auf Franks Webseiten verfügbar. Wer Interesse hat, ein solches Messgerät selbst zu bauen, kann es jedoch nicht so ohne Weiteres erwerben. Er muss statt dessen ein Bauseminar organisieren. Vortrag zum HF-Messzwerg Dann kommen die Entwickler persönlich und werden alle Selbstbauwilligen unterstützen. Bei Interesse bitte eine E-Mail an dh8dapfunken-lernen.de schicken.
 
Thomas "Pepe" Pfaff, HB9EVT, sandte über den Tag verteilt kurze Meldungen vom Treffen ins QRP-Forum. Außerdem wurde der Vortrag zum "HF-Messzwerg" als Video festgehal­ten, dass im Wiki des OV-Selbstbau veröffentlicht werden soll. Wer so ein Treffen live erleben möchte, der sollte einmal selbst vorbeikommen. Der Termin für das Schwarzwaldtreffen im kommenden Jahr liegt schon fest. Es wird Samstag, der 4. Oktober 2014 sein. Da der davor liegende 3. Oktober in Deutschland Feiertag ist, bietet sich eine Fahrt zum Treffen geradezu an. Ein Rahmenprogramm, zu dem ich hier aus Platzgründen nichts geschrieben habe, wird sicherlich von Jogi wieder organisiert werden.
 
Übernachtungen lassen sich in der näheren Umgebung in Pensionen, Hotels, auf dem oben genannten Campingplatz oder in der Jugendherberge Wolfsgrund finden. Mehr Informationen dazu bietet die Webseite der Hochschwarzwald Tourismus GmbH. Die Gegend hat besonders in der frühherbstlichen Zeit viele schöne Seiten zu bieten (auch wenn das Wetter manchmal nicht mitspielt), sodass sich auch ein etwas längerer Aufenthalt dort lohnt.
 
Ich hoffe, dass wir uns auch im kommenden Jahr (wieder) in und am Schluchsee sehen!

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