Altstadtfest in Nauen -
Amateurfunk sichtbar gemacht

9. Mai 2009
 
Jährlich am ersten Mai-Wochenende veranstaltet die Interessengemeinschaft Altstadt (IG Altstadt) in der Altstadt von Nauen ein Volksfest. An den Samstagen sind wir, der Orts­verband Nauen Y08 im DARC e.V. dort vertreten, um zu zeigen, dass es in der Funkstadt Nauen auch noch uns Funkamateure gibt. Doch wer nun denkt, dass dies so ein langwei­liger Informationsstand ist, wie man ihn von Parteien kennt, dem möchte ich zeigen, dass es auch anders geht.
 
Als ich wenige Minuten nach 9 Uhr den Stellplatz für unseren Stand erreichte, war der Aufbau des kleinen Pavillions schon fast vollendet - der offizielle Start des Festes war um 10 Uhr. Zwei Bierzeltgarnituren konnten wir, wie in den Jahren, kostenlos vom Veranstalter erhalten. Nochmals danke für diesen Service! Ein Tisch diente dabei wieder als Stations­tisch und einer als Basteltisch.
Boris, DL7JBO, der zusammen mit Steffi, DL7JSN, eine vollständige Kurzwellenstation mitbrachte, war sich über die möglichen Abspann­punkte für die Antenne unsicher. Doch mit einer meiner Schnüre und seinem Mast ließ sich an einem Haken an einer schräg gegenüber­liegenden Hauswand ein sicherer Halt für den einen Antennenschenkel finden, den anderen bildete der an einem Verkehrsschild befestige Mast selbst. Im Jahr zuvor konnten wir die Antenne in zwei Bäumen befestigen. Da wir diesmal in einer anderen Straße standen, fehlten uns diese. Zwar ist in so einer Häuserschlucht die Abstrahlung stark behindet, doch durch den relativ niedrig hängende Antenne war Euro­paverkehr trotzdem möglich. Schon im Vorjahr stellte Steffen, DH1RGS, die ganze Technik samt Basteltisch auf eine autarke Versorgung aus Akkumula­toren um. Der Vormittag verlief erwartungsgemäß eher ruhig, sodass Boris und seine Har­monische Sarah die Gelegenheit für eine Riesenradfahrt nutzten (Foto rechts oben).
 
Steffi, DL7JSN, Boris, DL7JBO (Foto links) und Ralf, DL1GOR stellten allen Interessierten vor, was es heißt, sich dem Amateurfunk als Hob­by zu widmen. Die eingangs schon genannte Kurzwellenstation war ständig besetzt. Trotzdem blieb immer noch Zeit, die eine oder andere Frage zum Amateurfunk zu beantworten. Genügend Informationsma­terial hatten wir bei, aber nichts geht über eine Vorführung und die Möglichkeit, eine Frage gleich kompetent beantwortet zu bekommen.
Hier sei ein Hinweis angebracht: Wenn Sie auch vorhaben, sich in der Öffentlichkeit zu präsen­tieren, so lassen Sie die Vorbeigehenden etwas von dem hören (nicht nur sehen), was Sie da machen. SSB versteht jeder und das lädt zum Zuhören ein, zumal wenn Sie gerade sagen, wo Sie sind (in unseren Fall eben das Alt­stadtfest in Nauen). Und das Gepiepse eines Telegrafiesignals erregt garantiert Aufmerksamkeit, zumal wenn es mit der nötigen Lautstärke aus dem Transceiver schallt. Für Letzteres sorgte Helge, DL7SL, der am Nachmittag zu uns stieß, und flotten CW-Betrieb machte (Foto rechts).
 
Am frühen Nachmittag wurde es dann lebhafter. Die "großen Kindern" interessierten sich eher für die Funkstation, die kleinen Menschen freuten sich dagegen über unseren Bastell­tisch. Natürlich hatten wir nicht vor, mit ihnen komplette Transceiver zusammenzubauen. Doch für den einen oder anderen Bausatz konnten wir die meisten nach einer kurzen Erklä­rung schnell begeistern - so etwas hat eben nicht jeder, und selbstgebaut schon gar nicht. Oft war es der erste Kontakt mit einer elektronischen Schaltung oder einen Lötkolben. Doch auch "Stammkunden" fanden sich wieder bei uns ein. Sie hatten in den Jahren davor schon den einen oder anderen Bausatz zusammengebaut und wollten nun sehen, was wir neues mitgebracht und zu bieten hatten.
Passende Bausätze müssen Sie sich aber nicht ausdenken oder zusammenstellen. Statt dessen können Sie aus einem umfangreichen Sortiment des TJFBV (Technischer Jugend­freizeit- und Bildungsverein e.V.) schöpfen. Die von ihnen zusammengestellten und vertrie­benen Bausätze finanzierten wir wieder aus der OV-Kasse und boten sie kostenlos an. So etwas zählt bei uns zur Nachwuchsgewinnung. Die Bausätze sind ro­bust und nachbausicher. Auch der eine oder andere Erwachsene staunte nicht schlecht, dass sich blanke Reißzwecken auf einer Sperr­holzplatte gut als Lötpunkte eignen. Zum einfachen Aufbau sind auf den Holzbrettchen die Schaltpläne aufgeklebt, sodass nur noch die mitgelieferten Drahtverbindungen und Bauteile zwischen den Löt­punkten eingelötet werden müssen. Jeder Bausatz beginnt mit dem Einschlagen der Reißzwecken, was in diesem Fall Christian, DD6CN, überwacht (Foto links). Zeitweise hatten die 3 Helfer, zu denen auch ich zählte, alle Hände voll zu tun und mussten auch einige Interes­sierte auf später vertrösten, da unsere Kapazitäten einfach ausge­lastet waren.
Während der nächsten Stunden entstanden diverse Schubladenwächter, Morsepiepser und auch ein paar Telefone. Für letztere mussten sich immer zwei Kinder finden, die direkt ne­beneinander wohnten, da die Verbindung zwischen beiden Geräten über Klingeldraht er­folgt. Diesmal waren es zwei Geschwisterpaare, die sich an den Aufbau wagten. Die Morse­piepser und Schubladenwächter waren den ganzen Nachmittag über immer mal wieder an einer Stelle der Altstadt zu hören. Sie dürften in den kommenden Tagen und Wochen nicht nur die Erbauer erfreuen.
 
Wie Sie sehen, muss die Darstellung unseres Hobbys nicht langweilig sein. Den größten Teil des Nachmittags war der Stand gut besucht und ich konnte nur in den wenigen Pausen Fotos machen. Wir hoffen, auf diesem Weg ein paar Interessenten für unser Hobby Ama­teurfunk gewonnen zu haben, auch wenn sich dies nun nicht gleich in einer Mitgliedschaft oder Lizenz ausdrückt. So etwas ist eine langfristige Angelegenheit, bei der vor allem das Interesse an der Technik geweckt und wachgehalten werden muss. Wir freuten uns sehr, auch eine YL und Christian, DK4JPC, aus Neuruppin bei uns begrüßen zu können, die im­mer zugriffen, wenn eine helfende Hand nötig war.

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